Winter (Dezember bis März) — das planbarste Fenster
Der Winterbetrieb der großen Skigebiete ist am zuverlässigsten planbar, weil Beschneiungsanlagen in mittleren Höhenlagen die Naturschnee-Abhängigkeit stark verringern. Die Kernsaison läuft meist von Mitte Dezember bis Ostern; die Gletschergebiete Sölden und Dachstein verlängern das Fenster an beiden Enden deutlich. Wer im Dezember vor den Weihnachtsfeiertagen reist, findet oft merklich weniger Betrieb auf den Pisten als in den Ferienwochen selbst — ein Vorteil für alle, die Wartezeiten an Liften vermeiden wollen. Bewirtschaftete Schutzhütten in den hohen Lagen sind im Winter praktisch durchgehend geschlossen; wer im Winter hoch hinaus will, ist auf Tagestouren mit Rückkehr ins Tal angewiesen.
Frühling (April bis Mitte Juni) — die unterschätzte Zwischensaison
Der Frühling ist die widersprüchlichste Reisezeit im Alpenraum: In den Tälern beginnt der Frühling mit aperen Wanderwegen, während in der Höhe die Lawinengefahr durch Nassschnee oft ansteigt, sobald die Sonne kräftiger wird. Viele Bergbahnen legen zwischen dem Ende des Skibetriebs (meist rund um Ostern) und dem Start des Sommerbetriebs Anfang bis Mitte Juni eine mehrwöchige Revisionspause ein, in der praktisch keine Bahn fährt — eine Region rein auf Bergbahnen ausgerichtet zu bereisen, kann in dieser Lücke enttäuschen. Gleichzeitig haben die meisten Alpenvereinshütten noch nicht geöffnet (siehe die realen Saisonstarts auf der Hüttenkultur-Seite), sodass mehrtägige Hüttentouren in dieser Zeit kaum möglich sind.
Sommer (Mitte Juni bis Mitte September) — Hauptsaison für Hütten und Almen
Der Sommer ist die einzige Jahreszeit, in der praktisch alle sechs Regionen gleichzeitig ihr volles Programm bieten: Sommerbergbahnen, geöffnete Schutzhütten, aktive Almwirtschaft und lange Tageslichtstunden für ausgedehnte Touren. Die Kehrseite: Nachmittägliche Gewitter treten in den Sommermonaten in den Ostalpen besonders häufig auf, weshalb erfahrene Geher grundsätzlich früh starten und exponierte Grate am frühen Nachmittag bereits hinter sich gelassen haben wollen. Juli und August sind zugleich die besucherstärksten Monate an den bekanntesten Zielen — wer Ruhe sucht, findet sie eher im Juni oder in der zweiten Septemberhälfte.
Herbst (Mitte September bis November) — kurzes goldenes Fenster, dann Zwischensaison
Der frühe Herbst bringt in den Ostalpen die goldene Lärchensaison: Ende September bis Anfang Oktober verfärben sich die Nadeln der Lärchen leuchtend gelb, bevor sie abgeworfen werden — ein Zeitfenster von oft nur zwei bis drei Wochen, das je nach Höhenlage und Wetterjahr leicht verschieben kann. Gleichzeitig beginnt vielerorts die Jagdsaison; auf markierten Wanderwegen ist das in der Regel unproblematisch, abseits davon lohnt Vorsicht und lokale Rücksprache. Die meisten Schutzhütten schließen bis Anfang Oktober (siehe die Beispiele auf der Hüttenkultur-Seite), und auch viele Sommerbergbahnen stellen ihren Betrieb in genau diesem Fenster ein — wer im späten Oktober oder November reist, sollte primär mit Talwanderungen und geschlossenen Hütten planen, nicht mit Hochtouren.